| In Mecklenburg prägte lange Zeit das niederdeutsche Hallenhaus das Dorfbild. Typisch dafür sind die riesigen Häuser, in denen Menschen und Vieh unter einem Dach Wohnten. Auch Heu und Getreide wurden hier gelagert. Früher gab es in jedem Giebel ein großes Tor, damit die beladenen Wagen hineinfahren konnten. Dort, auf der Diele, wurden sie entladen und konnten an der anderen Seite wieder hinausfahren. So brauchte man nicht abzuspannen. Später schloß man das eine Tor und brachte in diesem Hausteil Kammern unter. |
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Gebaut wurde zusammen mit dem ganzen Dorf. Nur die Zimmermannsarbeiten überließ man den Zimmerleuten.
Aus Fachwerk wurde das Gerüst errichtet. Die Zwischenräume, die Fächer, füllte man mit Zweigen und Strohgeflecht und verschmierte sie anschließend mit Lehm. Den musste man in der sandigen Griesen Gegend bestimmt von weiter her heranschaffen. Manchmal füllte man die Fächer auch mit Klump. Das sind eigenartige, schwarzbraune Gesteinsklumpen, die Eisenerz enthalten und für die südwestliche Gegend typisch sind.
In jüngerer Zeit ging man dazu über, die Fächer mit Ziegeln auszufüllen. Vor allem an den Giebelseiten formte man gern Ornamente als Hausschmuck.
Das Dach wurde mit Rohr gedeckt.
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| Abbildungen aus Baumgarten/Heim, Landschaft u. Bauernhaus in Mecklenburg, s. Literaturliste |
Zum Gehöft gehörten in der Regel eine Scheune und ein kleiner Stall, die in der gleichen Bauweise wie das Haupthaus errichtet wurden.
Dazu kam meist ein Backofen, der wegen der Brandgefahr einen Mindestabstand zu den Strohdachgebäuden haben musste.
Auch ein Brunnen, ein Soot, fand sich auf den meisten Höfen. Oft war er aus Feldsteinen gemauert, manchmal bestanden die Wände auch aus Holz. Mit einer schwenkbaren Zugstange konnten die Eimer zum Wasser hinabgelassen werden.
Zur Straße hin wurde der Hof meistens mit Feldsteinmauern abgegrenzt, der Garten dagegen wurde nur mit Holzzäunen und Hecken umgeben.
Die Bauern, die den Hof an den Erben übergeben hatten, gingen auf das Altenteil.
Ursprünglich gab es dafür auf jedem Hof den Altenteilerkaten, später erfolgte die Anordnung, die Altenteiler im Haupthaus unterzubringen - wohl um die Bau- bzw. Erhaltungskosten für diese Katen zu sparen, denn das war die Aufgabe des Grundherrn.
Bei der Übergabe des Hofes wurde genau geregelt, was der Abtreter und seine Frau und gelegentlich auch vorhandene minderjährige Kinder zum Altenteil bekamen.
In einem Übergabeprotokoll von 1759 wird für die Altenteilerwitwe aufgeführt:
Trotz der genau festgelegten Bedingungen kam es immer wieder zu Streit zwischen Alt- und Jungbauern. Mal erfüllten die Jungen nicht ihre Pflichten gegenüber den Alten, mal mischten sich die Alten zu sehr in die Wirtschaft ein. Oder ein verwitweter Altenteiler wollte wieder heiraten und die Kinder waren nicht bereit, dem neuen Partner das gleiche Altenteil zuzugestehen wie dem verstorbenen Altenteiler. Da ging man dann häufig auf das Amt, um die Streitigkeiten regeln zu lassen.
Vor allem im Südwesten schliefen alle Familienmitglieder in einer Stube, nur das Gesinde hatte eigene Kammern. Da kam es natürlich oft zu Streit, so dass eigene Altenteilerwohnungen im Haus eingerichtet wurden. Spätestens zu diesem Zeitpunkt verwandelte sich das Haus mit der Durchfahrtsdiele in ein Haus mit Wohngiebel und Wirtschaftstrakt.
In einer Akte von 1679 wird berichtet, dass zumindest die Altenteiler auf diesem Hof in einer Abseite auf der großen Diele ihr Bett hatten. Die Magd schlief auf der Hilden, einem niedrigen Boden auf der Diele, der genauso wie die Abseite der Altenteiler zur Diele hin offen war.
Aus den Gehöftsakten wissen wir sehr genau, was auf den Höfen an Besitz bzw. Hofwehr vorhanden war. Die Inventare, die jeweils bei dem Wechsel des Wirtes angelegt wurden, geben genaue Auskunft.
Interessant ist, dass die Ausstattung zwischen 1730 und 1880 sich kaum änderte. Auch war sie auf den unterschiedlichen Höfen fast identisch, da die Grundausstattung durch die Hofwehr festgelegt war. Diese Hofwehr gehörte zum Gehöft selbst und mußte bei der Übergabe vollständig sein. Der Bauer durfte davon nichts verkaufen und mußte Verluste ersetzen.
Die Schulzen waren meist etwas besser ausgestattet.
So waren in der Regel zwei Wagen mit Zubehör, zwei Pflüge, Zaumzeug und Geschirr für Pferde und Zugochsen sowie Schlitten für Heu und Holz vorhanden. Dazu kamen Kleingeräte wie Heuforken, Mistforken, Sensen, Dreschflegel, Grabeschaufeln, ein Häckselgerät, Werkzeug wie Äxte, Bohrer, Hobelbank und Sägen sowie Schleifgerät. Sogenannte Plaggeisen dienten zum Abstechen von Plaggen (Waldboden, Grassoden) für die Einstreu.
Auch Torfspaten werden ab und zu aufgeführt. Sie dienten natürlich in erster Linie zum Torfstechen, aber in einer Akte von 1759 lesen wir von einem Torff Spaden mit ein langen Stiel welchen der Sohn Andres Gauerck zum mordlichen Gewehr gebraucht. Es geht aus dieser Akte nicht hervor, was genau Andres mit dem Spaten angestellt hat. Möglicherweise hat er den Verwalter des Leussower Hofes damit bedroht, denn Andres ist direkt danach wegen frechen und ungebührlichen Verhaltens gegenüber dem Verwalter ins Dömitzer Zuchthaus gekommen.
Kartoffelhacken (Potagenhacken) werden erst am Ende des 18. Jahrhunderts erstmals genannt und tauchen danach auch nur vereinzelt auf.
Zu den Haushaltsgeräten wurden verschiedene Kessel und Grapen (Töpfe auf 3 Standbeinen) aus Kupfer, Messing oder Eisen gezählt, meist 3 pro Haushalt. Auch Biertonnen, Tubben (Zuber), Eimer, ein Kohlbrett zur Sauerkrautherstellung, "Irdenzeug" (Keramikgeschirr), Backtrog, Holzlöffel, gelegentlich ein Bierkrug, Butterfaß, ein Leuchter und eine Waage (Desemer) waren vorhanden. Dazu, oft von der Frau mit in die Ehe gebracht, kamen Webstuhl, Spinnrad mit Zubehör und Flachsbreche.
Das Mobiliar war sehr einfach. Es bestand meist nur aus einem Tisch, einer Bank, 2 Stühlen, einem Schrank, einer Truhe (Lade), einem Regalbrett für das Geschirr und manchmal kamen dazu noch ein Lehnstuhl und im 19. Jahrhundert eine Uhr.
An Betten gab es normalerweise 2 Volksbetten, in denen mehrere Personen schliefen. Sie waren ausgestattet mit einem Ober- und einem Unterbett, einem Kissen, einem Pfühl und einem Laken. Ab und zu werden auch noch ein oder zwei "aufgemachte" Betten genannt.
"Dat is nich so einfach", säd de Buer, "soeben Kinner un man ein Bett, un kein Aas will an de Wand slapen."
Einfachstes Feuerlöschgerät (eine Leiter, ein Eimer und ein Haken) waren auch vorgeschrieben.
| Gekocht wurde auf der Diele. Dort befand sich der sogenannte "Schwibbogen". Über dem Herdfeuer hingen die Kessel an eisernen Ketten, oder die Kochgeräte standen direkt auf dem Herd. Für die Altenteiler gab es manchmal einen eigenen Herd. Der Rauch zog durch die Diele zum Rauchloch am Giebel hinaus. Er sorgte für die Räucherung der aufgehängten Würste und Fleischstücke. Von diesem offenen Feuer ging natürlich große Brandgefahr aus. Immer wieder kam es durch Funkenflug zu Feuersbrünsten, denen manchmal ganze Dörfer zum Opfer fielen. |
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| Abbildung aus Baumgarten/Heim, Landschaft u. Bauernhaus in Mecklenburg, s. Literaturliste |