Niedersachsen

Familien Raesfeldt und Cronewerth

Aus Niedersachsen kommen, abgesehen von der Familie meines Urgroßvaters aus Schaumburg-Lippe, nur wenige Vorfahren. Diese sind dafür umso interessanter.

Marienburg, südlich von Hildesheim gelegen, ist mein bisheriger Ausgangspunkt. Dort taucht 1707 Philipp Raesfeldt auf. Er heiratet eine Schankwirtstochter und übernimmt die Wirtschaft seines Schwiegervaters Hardeck.
Eine vermutlich verwandtschaftliche Beziehung besteht zu dem um 1700 in Hildesheim in Erscheinung tretenden Bernhardt Christoph Raesfeld. Er ist Kornschreiber am Domkapitel. Im Gegensatz zu Philipp scheint er sehr angesehen und wohlhabend gewesen zu sein, denn er verkehrt mit Amtmanns-, Kanoniker- und Schatzmeisterfamilien und bringt es zu recht ansehnlichem Vermögen. Bernhard Raesfeldt übernimmt 1707 die Patenschaft für Philipp Raesfeldts ältesten Sohn Bernhard Hinrich.
Woher diese beiden Raesfeldts stammen, konnte ich bisher nicht in Erfahrung bringen.

Philipps Sohn Jost Henrich, 1712 geboren, geht vermutlich um 1730 nach Peine. Dort wird er bei seinem späteren Schwiegervater, dem Chirurgen Johann Wilhelm Cronewerth, das Chirurgenhandwerk gelernt haben.
Cronewerth, wie die Raesfeldts katholisch, soll laut Neubürgerliste von 1718 um 1680 im Peiner Stadtteil Damm geboren sein. Dort ist seine Taufe jedoch nicht zu finden. Ich vermute, dass seine Familie erst um 1690 dorthin zog und er woanders geboren wurde.
Er arbeitet u.a. als Kompaniechirurg und wird 1764 auf dem lutherischen Friedhof in Peine begraben.
Auch die Cronewerths sind um 1680/1700 nach Peine zugewandert. Vermutlich ein Bruder des Chirurgen ist der Schankwirt Max Cronewerth, der die "Eulenburg" im Peiner Stadtteil Telgte bewirtschaftet.
Doch zurück zum jungen Jost Raesfeldt. Er heiratet 1740 die Tochter des Chirurgen Cronewerth. Schon im gleichen Jahr wird das erste Kind des Paares in Braunschweig geboren. In Braunschweig arbeitet Raesfeldt bis etwa 1748 als Chirurg, bevor er sich 1748 im kleinen Dörfchen Meinersen bei Peine als Amtsarzt niederläßt.
Die katholische Familie fügt sich problemlos in das evangelische Umfeld ein. Raesfeldts in Meinersen geborene Kinder werden in der evangelischen Kirche vom dortigen Pastor getauft. Schließlich tritt Raesfeldt auf dem Sterbebett 1757 zum evangelischen Glauben über; seine Witwe nimmt im darauf folgenden Jahr diesen Glauben ebenfalls an. Auch die in Braunschweig katholisch getauften Kinder werden evangelisch konfirmiert.
Während der drittälteste Sohn Andreas Hieronymus von 1779 bis zu seinem Tod 1791 als Schulmeister in Elvershausen arbeitet (und wo auch seine Mutter 1785 stirbt), geht der zweite Sohn Otto Georg nach Wittenburg in Mecklenburg.
Er verdient sich seinen Unterhalt als Gewürzhändler und Krämer, heiratet 1770 eine Tochter aus der Wittenburger Pastorenfamilie Schaller, arbeitet einige Jahre als Schulmeister in Lankow bei Schwerin und lebt schließlich bis zu seinem Tod 1791 als Küster in Buchholz/Mecklenburg.

Mehr zu den Familien finden Sie bei Schmidt.

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